Primavera

Das St. Josef Waisenhaus - vom Kindergarten zur renommierten Schule

Alby, Lulia

Die private, staatlich anerkannte Einrichtung, die 1996 mit einem Kindergarten eröffnet wurde, wird heute von „Schwester Maria“ unter dem Leitgedanken von gegenseitigem Respekt, Disziplin und gutem Einvernehmen geführt. Auf Wunsch vieler Eltern folgte bald eine Grundschule, mit der Möglichkeit, weiterführend die Mittel- und Oberstufe zu absolvieren zu können. Inzwischen gehört diese deutsche Schule zu einer der renommiertesten in Rumänien.

Die Schulleitung setzt auf ein verantwortungsvolles Miteinander sowie die Wahrung elementarer Werte (Verantwortung, Zuverlässigkeit, Toleranz, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft). Dabei werden auch persönliche Fähigkeiten und Talente durch zusätzliche Angebote in den Bereichen Musik, Tanz und Theater gefördert.

Von Beginn an sollte vor allem Roma-Kindern und jenen aus ärmlichen Familienverhältnissen, die Möglichkeit gegeben werden, vom Kindergarten bis zum Abschluss des Schulbesuches eine anspruchsvolle Bildung zu erfahren.

Das Haus wird christlich geführt und finanziert sich selbst. Allerdings reicht das geringe Schulgeld, das von den Eltern erbeten wird, gerade mal aus, um die Grundkosten (Strom, Heizung, Wasser) zu decken. Ohne zusätzliche Unterstützung und Spenden könnte die Schule gar nicht weiter existieren; geschweige denn erweitert werden. Die Nachfrage ist groß, denn die Einführung der Klasse O, in der überwiegend in deutscher Sprache unterrichtet wird, ist sehr groß.

Eine große Anzahl der Schul-Absolventen hat beim letzten Abschlussexamen sehr gut abgeschnitten und fast alle von ihnen haben auch das deutsche Sprachdiplom erworben. So haben sie beste Chancen, in Deutschland oder Österreich zu studieren. Primavera unterstützt seit 2013 das Projekt , denn Bildung ist die wichtigste Voraussetzung für ein besseres und eigenverantwortliches Leben.

Ein Spiel- und Fussballplatz für die Kinder in Orlat

Orlat, Sibiu

Im staatlichen Kinderheim von Orlat, dem größten seiner Art im Kreis Sibiu, haben im Moment 100 Kinder - im Alter zwischen zwei und siebzehn Jahren - ihr Zuhause. Alle Kinder kommen aus sozial schwierigen Verhältnissen: Sind Waisen oder haben Eltern, die sich nicht um sie kümmern können. Mehr als die Hälfte von ihnen gehört der Roma Minderheit an.

Aufgrund der wirtschaftlichen Situation und eingeschränkten Budgetmittel sind zwar die elementaren Bedürfnisse des täglichen Alltags - Unterkunft, warme Mahlzeiten, Wasser, Heizung und medizinische Grundversorgung - abgedeckt, aber es fehlt u.a. an Möglichkeiten zur schulischen Nachbetreuung und für sportliche Aktivitäten. Zurzeit können auch nur 19 professionelle Erzieher/-innen im Kinderheim Orlat für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen sorgen. Diese besuchen mit einheimischen Kindern den Kindergarten oder die Schule vor Ort.

Viele der Kinder gelten aufgrund ihres psychischen Zustands als „hyperaktiv“, haben einen überschießenden Bewegungsdrang oder zeigen starke Lernschwächen. Sie benötigen zusätzlich viel Aufmerksamkeit und Unterstützung – zum Beispiel bei Erledigung der täglichen Schulaufgaben und Förderung persönlicher Fähigkeiten. Auch sportliche Aktivitäten und Herausforderungen im Spiel können helfen, der inneren Ruhelosigkeit dieser Kinder und Jugendlichen entgegenzuwirken. Und wie alle Kinder gilt es, sie durch Spiel, Sport und andere Freizeitaktivitäten zu begeistern und zu fördern. Gegenwärtig verfügt das Kinderheim weder über einen Spiel- oder Fußballplatz.

Das sollte sich schnellstmöglich ändern: Bosch Rexroth Rumänien und Primavera haben deshalb den Bau eines Fußballplatzes nahe dem Kinderheim organisiert, welcher am 24. Juli 2014 offiziell eröffnet wurde.

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Das "Door of Hope" Projekt

Blaj

Die Einrichtung "Door of Hope" in Blaj wurde im Jahr 1993 als Familienunternehmen gegründet. Das Haus öffnete seine Türen zum ersten Mal im Jahr 2000 für die Zwillinge Tabita und Timotei. Sie waren erst drei Wochen alt, als sie dorthin gebracht wurden.

Das Hauptziel dieses Zentrums war von Beginn an, den Kindern einen Ort zu bieten, an dem sie sich zu Hause fühlen können. Heute leben hier 12 Kinder (4 Jungen und 8 Mädchen) im Alter zwischen 8 und 14 Jahren. Ihre Eltern fühlten sich damit überfordert oder waren zu arm, sich um sie zu kümmern. Alle Kinder, die in der "Door of Hope" leben gehen zur Schule, außer Valentina, einem zehnjährigen Mädchen mit einer schweren Behinderung.

Tabita nimmt Gymnastikunterricht seit sie vier Jahre alt ist. Seit 2008 nimmt sie sehr erfolgreich an nationalen, europäischen und sogar internationalen Wettkämpfen teil.

Die "Door of Hope" hat es sich zum Ziel gesetzt, ihre kleinen Bewohner zu beschützen und ihnen ein besseres Leben zu bieten. Sie sollen wissen, dass jemand da ist, der sich um sie kümmert und Primavera unterstützt sehr gerne dieses Vorhaben.

Erfreuliche Zwischenbilanz der Sozialstation in in Blaj

Blaj

Seit vielen Jahren setzt sich Pfarrer Lucian Moşneag erfolgreich für ein besseres Miteinander zwischen der rumänischen Bevölkerung und der Roma-Minderheit in seiner Gemeinde Blaj in Siebenbürgen ein. Als er sich vor einiger Zeit an Primavera wandte, war es sein Ziel ein Betreuungs- und Begegnungszentrum in Blaj zu errichten, in dem sich Familien beider Seiten treffen und gegenseitige Vorurteile abgebaut werden können.

Seit 2 Jahren unterstützt Primavera dieses Projekt. Von Spendengeldern konnten in der Vergangenheit zum Beispiel Kunst- und Tanzunterricht für Roma-Kinder finanziert werden. Auf diese Weise lernen die Kinder ihr kulturelles Erbe wertzuschätzen und erhalten Anerkennung für ihre Leistungen.

Mittlerweile ist auch der erste Bauabschnitt des Sozialzentrums in Blaj fertig gestellt. Er bietet Unterkünfte, Sanitärräume und Waschmaschinen für die rund 1.000 Roma, die oft weit unterhalb der Armutsgrenze leben. Und es gibt noch weitere Pläne: im Obergeschoss soll ein Raum entstehen, in dem die oft atemwegserkrankten Kinder therapiert und zugleich beschult werden, zwei weitere bieten Platz für eine Werkstatt, in der traditionelle handwerkliche Fähigkeiten gefördert werden und einen Musikproberaum für eine Band.

Tolle Ideen, die machbar, aber nicht von heute auf morgen zu realisieren sind, wie auch Pater Moşneag weiß. Primavera glaubt an diese Pläne und unterstützt weiterhin aktiv, unter anderem mit 10 Stipendien für Schüler und finanziellen Mitteln, um die Kinder zu fördern und unterstützen.

Über Rumänien...

Hauptstadt: Bukarest
Größe: 238.391 km²
Einwohner: 19 Millionen
Bevölkerungsdichte: 80 Einw. / km²
Bevölkerungswachstum: 0,78% p.a.
Amtssprache: Rumänisch
Alphabetisierungsrate: 98,4 %
Religion: Rumänisch-Orthodox (87 %)
Währung: Leu

Weitere Informationen

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