Primavera

Das bunte Haus in Bogotá

Januar, 2017

Im Armenviertel Sierra Morena, südlich der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, steht auf einem Hügel ein buntes Haus. Freundlich und schmuck, ganz im Gegensatz zu den vielen ärmlichen Wellblechhütten am Stadtrand. Es ist die „Casa de los colores“, eine Einrichtung der gemeinnützigen Organisation CES Waldorf (Corporación Educativa y Social Waldorf), die den Menschen in einer der ärmsten Gegenden in Kolumbien hilft, einen Weg aus ihrer hoffnungslosen Lebenssituation zu finden.

Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen und sie vor Unterernährung, Misshandlung und sexuellem Missbrauch zu schützen. Nach dem Vorbild der Waldorfpädagogik steht vor allem die ganzheitliche Entwicklung der jungen Menschen im Vordergrund. Mit dem Ziel, ihre Persönlichkeit zu stärken und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Das Projekt CES Waldorf wurde 2001 gegründet und wird seit drei Jahren auch von Primavera, dem Hilfsverein von Bosch-Mitarbeitern, unterstützt. Der Vorschlag zur Förderung kam von einer Bosch-Mitarbeiterin: Maria Ganserer, heute Fertigungsplanerin im Kunststoffwerk Waiblingen, war 2012 im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit im „bunten Haus“ in Bogotá. „Bereits seit dem Abitur hat mich der Gedanke nicht losgelassen, Menschen in einem Entwicklungsland mit persönlichem Einsatz zu helfen.“ Nach dem Abschluss des Jungingenieurprogramms in Feuerbach setzte die Wirtschaftsingenieurin ihren Plan um – mit Unterstützung ihres damaligen Vorgesetzten und der Feuerbacher Werkleitung.

Innerhalb von fünf Wochen lernte sie die einzelnen Bereiche der Einrichtung kennen. Im Kindergarten, in dem 66 Kinder im Alter von zweieinhalb bis fünf Jahren betreut werden, verteilte sie das Essen, spielte mit ihnen und hielt Wache beim Mittagsschlaf. „Es war eine unbeschreibliche Erfahrung, innerhalb kürzester Zeit ihr Vertrauen zu gewinnen und ein „te quiero“ (ich mag dich) zu hören“, erinnert sie sich.

Neben dem Kindergarten nehmen auch rund 150 Jugendliche an einem Programm zur erzieherischen und sozialen Unterstützung teil – ergänzend zum Schulunterricht. Sie werden bei den Hausaufgaben betreut, lernen Stricken, Malen oder Töpfern und werden je nach persönlichen Fähigkeiten in musischen und gestalterischen Themen wie Musik, Tanz oder Theater gefördert. „Für die Werkstätten habe ich Perlenwebrahmen gebaut und die Jugendlichen in das Perlenweben eingeführt“, erzählt Maria Ganserer. Die Berufsausbildung für die Jugendlichen wird in Zusammenarbeit mit der lokalen Industrie organisiert. Einige von ihnen, die nach der Ausbildung eine Arbeit gefunden haben, bringen sich heute als Freiwillige in das Projekt ein. Auch wenn ihre Arbeit im CES Waldorf und das Leben in Bogotá nicht immer einfach war, ist Maria Ganserer sehr dankbar für die wertvollen Erfahrungen, die sie dort sammeln durfte. „Es waren die täglichen kleinen Momente, die mich während meiner Zeit in Kolumbien am meisten gefreut haben.“ Momente, die zeigten, dass die Hilfe bei den Menschen ankam.

CES Waldorf - wie eine paradiesische Insel in trister Umgebung

Bogotá

Das Projekt "Corporación Educativa y Social Waldorf" wurde 1997 von Helmut von Loebell, einem deutsch-kolumbianischen Geschäfts mann gegründet. Sein Ziel war es, Straßenkinder einer Armensiedlung nahe Bogota von der Straße zu holen, sie vor Unterernährung, Misshandlung und sexuellem Missbrauch zu schützen. Gegenwärtig werden ca. 250 Kinder im Alter von 3 – 16 Jahren mit ihren Familien betreut.

Seit 2008 ist das Projekt staatlich anerkannt. Die finanzielle Unterstützung ist jedoch gering und der Hauptanteil des finanziellen Bedarfs von ca. 300 Tausend Euro wird durch Spenden und Sponsoren gedeckt.

Die Kinder erhalten eine gesunde Ernährung, medizinische Versorgung und ganzheitliche Erziehung auf Basis der Waldorf Pädagogik. Zudem erlernen sie handwerkliche Tätigkeiten (Stricken, Malen, Töpfern, Steinmetz-Arbeiten) und werden je nach persönlichen Fähigkeiten in musischen und gestalterischen Themen wie Musik, Tanz, Theater u.a. gefördert. Die Berufsausbildung für die Jugendlichen wird in Zusammenarbeit mit der lokalen Industrie organisiert und einige von ihnen, die nach der Ausbildung eine Arbeit gefunden haben, bringen sich heute als Freiwillige mit ihrer Mitarbeit in das Projekt ein.

Ein wichtiger Bereich ist außerdem die Unterstützung und Beratung der Familien – meist alleinerziehende Frauen. Das Programm reicht von der Erwachsenenbildung bis zu Workshops über soziales Verhalten, Gesundheitsvorsorge, gesunde Ernährung u.a. Mit diesem Teil der Sozialarbeit verbessert sich auch die Situation der Familien und deren Zusammenleben. Das CES Waldorf wird hervorragend geführt, die Kinder werden liebevoll betreut und deren Familien intensiv eingebunden. Die Lehrer und Betreuer sind sehr engagiert und so ist das CES Waldorf wie eine paradiesische Insel in einer tristen Umgebung.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Primavera - Herr Helmut Schwarz - besuchte Anfang 2013 gemeinsam mit seiner Frau diese Projekt. Lesen Sie hier den Erfahrungsbericht der beiden.

Mit Tanz zur Technik

Januar 2014, Cali, Kolumbien

Dies ist die Geschichte von Jonathan Gonzalez. Aufgewachsen in einem Armenviertel der Industriestadt Cali, rund 300 km südwestlich der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Er hat Träume wie jeder Mensch: aber Jonathan ist nur einer von vielen Jugendlichen in Kolumbien, die dank Engagement von Bosch eine einmalige Chance bekommen ...

Besuch "Don Bosco" in Kolumbien

Februar 2013, Cali, Kolumbien

Das Ehepaar Schwarz reiste im Ferbuar diesen Jahres nach Kolumbien und besuchte bei dieser Gelegenheit gleich das Projekt "Don Bosco", in dem Jugendliche leben und ausgebildet werden. Lesen Sie weiter, um zu erfahren welche Eindrücke die beiden vor Ort gesammelt haben ...

Bildergalerie starten...

Schulheim und Berufsbildungszentrum Don Bosco

Cali

Das Sozialprojekt Don Bosco befindet sich in einer Armensiedlung der Industriestadt Cali mit 1,5 Mio Einwohnern, in einer Gegend mit schwierigsten sozialen Verhältnissen. Es wurde 2008 von Priestern des Ordens der Salesianer gegründet und beinhaltet unter anderem ein großes Berufsbildungszentrum, in dem zur Zeit über 3000 junge Menschen lernen und betreut werden.

Die Kinder und Jugendlichen sollen vor Kriminalität, Drogenhandel und Prostitution geschützt werden, die in ihrer unmittelbaren Umgebung leider allzeit präsent sind. Im Gegensatz dazu strebt Don Bosco die Erziehung zu positivem Sozialverhalten mit Respekt vor Mitmenschen und Umwelt an. Mit diesen Grundlagen und einer fundierten Ausbildung haben die Kinder eine Chance auf ein selbstbestimmtes, gutes Leben. Viele Firmen aus der Region haben bereits Auszubildende von Don Bosco übernommen und die Kooperationen sollen, auch mit Hilfe von Primavera, zukünftig weiter ausgebaut werden.

Primavera fördert dieses Vorhaben zum Beispiel durch die Finanzierung weiterer Ausbildungsgänge für Jugendliche in Kfz-Technik, Elektrotechnik, Heizungs- und Klimatechnik und Feinmechanik. Viele Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen der Bosch Gruppe unterstützen ausserdem die Kurse indem sie ihre persönliche Erfahrung und Kompetenz einbringen.

Der erste Kurs in Heizungs- und Klimatechnik wird Anfang Juni beginnen, im September soll ein zweiter Kurs in Elektrotechnik folgen. Wir sind schon gespannt auf das erste Feedback von Dozenten und Teilnehmern!

Über Kolumbien ...

Hauptstadt: Bogotá
Größe: 1.138.748 km²
Einwohner: 46,4 Millionen
Bevölkerungsdichte:36,8 Einwohner / km²
Bevölkerungswachstum:1,4% p.a.
Amtssprache: Spanisch
Alphabetisierungsrate: 92,5%
Religion: Mehrheit Katholisch (90%),
Währung: Peso

Join Facebook Join XING-group